Definition
Zellwolle ist eine Kurzschnittfaser aus regenerierter Zellulose, die nach dem Viskoseverfahren hergestellt wird: Natürliche Zellulose, meist aus Holz oder anderen Pflanzenfasern gewonnen, wird chemisch aufgelöst und durch Spinndüsenlöcher zu Fäden extrudiert, die anschließend zu kurzen Stapelfasern geschnitten werden. Der Begriff bezeichnet somit nicht einen anderen Werkstoff als Viskose, sondern eine spezifische Verarbeitungsform der Viskosefaser als Stapelfaser – in Abgrenzung zum Viskosefilament, das als Endlosfaden vorliegt. Zellwolle gehört zur Gruppe der Chemiefasern auf zellulosischer Basis und wird den halbsynthetischen oder regenerierten Fasern zugeordnet.
Verwendung in der Textilindustrie
Zellwolle wird häufig in Mischgeweben mit Baumwolle oder synthetischen Fasern eingesetzt, da sie gute Feuchtigkeitsaufnahme, Hautverträglichkeit und Färbbarkeit mitbringt. Typische Einsatzbereiche sind Bekleidungsstoffe, Futtermaterialien, Heimtextilien sowie Vliesstoffe für Hygieneanwendungen. Aufgrund der begrenzten Nassreißfestigkeit wird Zellwolle im Bereich technischer Textilien seltener verwendet und ist dort oft mit festeren Fasern kombiniert.
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