Textil-Glossar

Werg

Definition

Werg bezeichnet die bei der Aufbereitung von Bastfasern – insbesondere Flachs (Leinen) und Hanf – anfallenden kurzen, verfilzten oder unregelmäßigen Fasern, die beim Hecheln oder Brechen als Abfallprodukt ausgeschieden werden. Im Gegensatz zu den langen, parallel ausgerichteten Langfasern (Linie) sind Wergs Fasern kurz, kraus und ungleichmäßig, weshalb sie getrennt weiterverarbeitet werden. Der Begriff wird auch allgemein für kurzfasrige Abfallfraktionen aus der Bastfasergewinnung verwendet.

Verwendung in der Textilindustrie

Werg wird traditionell für die Herstellung grober Garne, Seile, Dämmaterial und Dichtungsschnüre eingesetzt, da seine Kurzfaserigkeit eine feine Verspinnung ausschließt. In der Bauindustrie findet Werg (besonders Hanfwerg) Verwendung als Dichtungsmaterial für Rohrverbindungen. Darüber hinaus dient es als Füllmaterial, Rupfengewebe-Rohstoff oder Ausgangsmaterial für Papier und Faserverbundwerkstoffe.

Textilwissen im Zusammenhang lernen

Sie haben gerade einen einzelnen Fachbegriff nachgeschlagen. Im textil trainer lernen Sie, wie textile Materialien, Prozesse und Zusammenhänge miteinander verbunden sind.

Die kostenfreie Lernplattform vermittelt textiles Grundlagenwissen Schritt für Schritt in interaktiven Onlinekursen. Jeder Onlinekurs enthält ein eigenes Glossar mit den wichtigsten Fachbegriffen des jeweiligen Themas. Über alle Kurse hinweg stehen mehr als 600 textile Begriffe mit vertonten Erklärungen zur Verfügung.

Entwickelt wird der textil trainer gemeinsam mit der Professur Textile Technologien der TU Chemnitz, der chemmedia AG sowie Unternehmen und Bildungseinrichtungen aus der Textilbranche.

Kostenfrei registrieren und alle Onlinekurse nutzen

Mehr über das Projekt erfahren

Häufige Frage

Als Linie bezeichnet man die langen, gleichmäßig ausgerichteten Fasern, die beim Hecheln von Flachs oder Hanf als Hauptprodukt gewonnen werden und sich für feine, gleichmäßige Garne eignen. Werg hingegen umfasst die dabei ausgeschiedenen kurzen, ungeordneten Restfasern, die qualitativ minderwertig sind und nur für grobe Anwendungen weiterverarbeitet werden können. Der Unterschied liegt also primär in Faserlänge, Parallelität und damit erzielbarer Garnqualität.

Zum gesamten Glossar