Definition
Das Wärmerückhaltevermögen beschreibt die Fähigkeit eines Textils, die vom menschlichen Körper abgegebene Wärme in der zwischen Haut und Stoff befindlichen Luftschicht zu halten und den Wärmeabfluss an die Umgebung zu verlangsamen. Es ist eine Funktion der Wärmeleitfähigkeit des Fasermaterials, der Gewebestruktur sowie des eingeschlossenen ruhenden Luftvolumens, da Luft ein schlechter Wärmeleiter ist. Ein hohes Wärmerückhaltevermögen bedeutet, dass das Textil die Körperwärme effektiv isoliert und somit das thermische Komfortgefühl unter kühlen Umgebungsbedingungen unterstützt. Die Eigenschaft wird häufig durch den Wärmedurchgangswiderstand (Rct) charakterisiert und ist von Faktoren wie Flächengewicht, Dicke und Faserhohlraumanteil abhängig.
Verwendung in der Textilindustrie
In der Textilindustrie ist das Wärmerückhaltevermögen vor allem bei Funktions- und Schutzbekleidung, Winteroutdoortextilien sowie Arbeitsschutzkleidung für kalte Umgebungen ein zentrales Auswahlkriterium. Fasern mit natürlich hohem Porenanteil wie Wolle oder synthetische Hohlfasern werden gezielt eingesetzt, um bei möglichst geringem Gewicht ein hohes Wärmerückhaltevermögen zu erzielen. Auch Flausch- und Vliesstrukturen sowie mehrlagige Systeme nutzen das Prinzip der ruhenden Lufteinschlüsse, um die isolierende Wirkung des Textils zu steigern.
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