Definition
Vulkanisierung ist ein chemisches Verfahren, bei dem Naturkautschuk oder synthetische Elastomere durch Vernetzung der Polymerketten, klassischerweise mithilfe von Schwefel und Wärme, in einen dauerhaft elastischen Zustand überführt werden. Die dabei entstehenden chemischen Brücken zwischen den Molekülketten verleihen dem Material deutlich höhere Reißfestigkeit, Abriebbeständigkeit und Elastizität im Vergleich zum unbehandelten Ausgangsmaterial. Je nach Vernetzungsgrad und Prozessführung lassen sich weiche, flexible Elastomere bis hin zu hartem Hartgummi (Ebonit) herstellen.
Verwendung in der Textilindustrie
In der Textilindustrie wird Vulkanisierung eingesetzt, um Gewebe und technische Textilien mit Gummibeschichtungen dauerhaft zu verbinden, wie etwa bei Schutzkleidung, Förderbändern, Schläuchen und wasserdichten Planen. Gummierte Textilien für Arbeitsschutzschuhe oder Industriehandschuhe werden häufig durch Aufvulkanisieren von Elastomerschichten auf Trägergewebe hergestellt, wodurch Verbundfestigkeit und Witterungsbeständigkeit des Endprodukts erhöht werden. Auch bei elastischen Bändern und technischen Dichtelementen spielt die Vulkanisierung eine Rolle, da die mechanischen Eigenschaften des Gummis gezielt an die Anforderungen des jeweiligen Textilprodukts angepasst werden können.
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