Definition
Die Tuchmacherei bezeichnet das traditionelle Handwerk und spätere Gewerbe der Herstellung von Wolltuchen, also dicht gewebten und anschließend gewalkten Wollstoffen. Tuchmacher webten Wollgarne zu einem Rohgewebe und veredelten dieses durch Walken, Rauhen und Scheren, wodurch eine geschlossene, filzartige Oberfläche entstand. Das Verfahren war über Jahrhunderte ein zentraler Zweig der europäischen Textilproduktion und bildete die Grundlage für schwere, wetterbeständige Stoffe für Bekleidung und Ausrüstung.
Verwendung in der Textilindustrie
In der modernen Textilindustrie lebt das Prinzip der Tuchmacherei in der Streichgarnweberei und Wollstoffveredelung fort. Gewalkte Wollgewebe werden heute für Oberbekleidung wie Mäntel und Anzüge, für Uniformstoffe sowie für technische Anwendungen wie Filtertücher und Billardbespannungen eingesetzt. Entscheidende Eigenschaften dieser Stoffe sind ihre Formstabilität, Wärmeisolation und die durch das Walken erzielte Dichte, die Wasser und Wind abweist.
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