Definition
Schäben sind die verholzten Stängelreste, die beim Aufbereiten (Rösten und Brechen) von Bastfaserpflanzen wie Flachs (Lein) oder Hanf anfallen. Sie bestehen aus dem Mark- und Rindengewebe des Pflanzenstängels und sind nicht verspinnbar, da sie keine ausreichende Faserlänge, Zugfestigkeit oder Flexibilität besitzen. Schäben fallen als Nebenprodukt der Schwingerei und Hechtelei in großen Mengen an und stellen damit einen unvermeidlichen Reststoff der Bastfaseraufbereitung dar.
Verwendung in der Textilindustrie
In der Textilindustrie selbst finden Schäben keine direkte Verwendung, da sie als unverspinnbares Material gelten. Sie werden jedoch als Dämmstoff im Bauwesen (z. B. in Hanf-Kalk-Gemischen), als Tiereinstreu sowie als Rohstoff für die Span- und Faserplattenherstellung genutzt. Darüber hinaus dienen Schäben als Energieträger in der Verbrennung oder als Ausgangsmaterial für die Zellstoff- und Papiergewinnung.
Textilwissen im Zusammenhang lernen
Sie haben gerade einen einzelnen Fachbegriff nachgeschlagen. Im textil trainer lernen Sie, wie textile Materialien, Prozesse und Zusammenhänge miteinander verbunden sind.
Die kostenfreie Lernplattform vermittelt textiles Grundlagenwissen Schritt für Schritt in interaktiven Onlinekursen. Jeder Onlinekurs enthält ein eigenes Glossar mit den wichtigsten Fachbegriffen des jeweiligen Themas. Über alle Kurse hinweg stehen mehr als 600 textile Begriffe mit vertonten Erklärungen zur Verfügung.
Entwickelt wird der textil trainer gemeinsam mit der Professur Textile Technologien der TU Chemnitz, der chemmedia AG sowie Unternehmen und Bildungseinrichtungen aus der Textilbranche.