Textil-Glossar

Schäben

Definition

Schäben sind die verholzten Stängelreste, die beim Aufbereiten (Rösten und Brechen) von Bastfaserpflanzen wie Flachs (Lein) oder Hanf anfallen. Sie bestehen aus dem Mark- und Rindengewebe des Pflanzenstängels und sind nicht verspinnbar, da sie keine ausreichende Faserlänge, Zugfestigkeit oder Flexibilität besitzen. Schäben fallen als Nebenprodukt der Schwingerei und Hechtelei in großen Mengen an und stellen damit einen unvermeidlichen Reststoff der Bastfaseraufbereitung dar.

Verwendung in der Textilindustrie

In der Textilindustrie selbst finden Schäben keine direkte Verwendung, da sie als unverspinnbares Material gelten. Sie werden jedoch als Dämmstoff im Bauwesen (z. B. in Hanf-Kalk-Gemischen), als Tiereinstreu sowie als Rohstoff für die Span- und Faserplattenherstellung genutzt. Darüber hinaus dienen Schäben als Energieträger in der Verbrennung oder als Ausgangsmaterial für die Zellstoff- und Papiergewinnung.

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Häufige Frage

Werg bezeichnet die kurzen, verworrenen Fasern, die beim Hecheln als Abfall anfallen und noch verspinnbar sind, wenn auch zu einem gröberen Garn als die langen Kämmlingsfasern. Schäben hingegen sind verholzte Pflanzenteile ohne Fasercharakter, die sich grundsätzlich nicht verspinnen lassen. Beide Stoffe sind Nebenprodukte der Bastfaseraufbereitung, unterscheiden sich aber wesentlich in ihrer Materialstruktur und ihrem Verwendungspotenzial.

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