Textil-Glossar

Reißwolle

Definition

Reißwolle ist ein Sekundärrohstoff, der im mechanischen Recyclingprozess durch maschinelles Zerreißen oder Reißen von Alttextilien, Produktionsabfällen oder Lumpen gewonnen wird. Dabei werden die Ausgangsmaterialien in Reißmaschinen aufgelöst, sodass ein Fasergemisch entsteht, das in Länge, Feinheit und Zusammensetzung vom ursprünglichen Material abhängt. Da die Fasern beim Reißprozess verkürzt und mechanisch beansprucht werden, weist Reißwolle im Vergleich zu Primärfasern in der Regel eine geringere Faserlänge und reduzierte Reißfestigkeit auf.

Verwendung in der Textilindustrie

Reißwolle wird überwiegend zur Herstellung von Putzgarnen, Dämmstoffen, Füllmaterialien sowie als Mischfaser in Garnen für Arbeits- und Schutztextilien eingesetzt. Aufgrund ihrer heterogenen Zusammensetzung und der verkürzten Faserlänge eignet sie sich besonders für Anwendungen, bei denen keine hohen Anforderungen an Gleichmäßigkeit oder Festigkeit gestellt werden. In der Vliesstoffproduktion findet Reißwolle ebenfalls Verwendung, etwa als kostengünstige Füllkomponente in technischen Textilien oder Matratzenmaterialien.

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Häufige Frage

Reißwolle entsteht durch rein mechanische Zerkleinerung von Alttextilien, wobei die Faserstruktur erhalten bleibt, jedoch verkürzt und geschwächt wird. Chemisches Recycling hingegen löst das Fasermaterial auf molekularer Ebene auf und erzeugt daraus neue Polymere oder Fasern, die in Qualität und Eigenschaften Primärfasern nahekommen können. Reißwolle ist daher ein einfacheres und energieärmeres Verfahren, liefert aber einen Rohstoff mit eingeschränkteren Einsatzmöglichkeiten.

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