Textil-Glossar

Reifencord

Definition

Reifencord ist ein hochfestes, technisches Gewebe oder Garn, das als Festigkeitsträger in Fahrzeugreifen eingesetzt wird. Es besteht aus gebündelten, hochorientierten Fäden aus synthetischen Fasern wie Nylon (Polyamid), Polyester, Aramid oder Rayon, die miteinander verzwirnt und in eine Gummimatrix eingebettet werden. Die Cord-Lagen verleihen dem Reifen seine strukturelle Stabilität, nehmen Zug- und Druckkräfte auf und ermöglichen gleichzeitig eine definierte Flexibilität. Die Fadenorientierung und die Faserart bestimmen dabei die mechanischen Eigenschaften des fertigen Reifens maßgeblich.

Verwendung in der Textilindustrie

Reifencord wird in der Reifenindustrie als Karkassenmaterial in Pkw-, Lkw- und Motorradreifen sowie in Spezialreifen für Luftfahrt und Baumaschinen verwendet. Je nach Anforderungsprofil kommen unterschiedliche Fasertypen zum Einsatz: Polyestercord für gute Dimensionsstabilität und Wärmebeständigkeit, Aramidcord für besonders hohe Festigkeit bei geringem Gewicht und Rayoncord für gleichmäßige Kraftverteilung. Das Material muss eine sehr hohe Haftvermittlung zur Gummimatrix aufweisen, weshalb die Fäden vor der Verarbeitung in der Regel mit Resorcinol-Formaldehyd-Latex (RFL) beschlichtet werden.

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Häufige Frage

Reifencord bezeichnet in der Regel die verdrehten oder gebündelten Garne (Zwirne), die als Einzelelement den Festigkeitsträger bilden, während der Begriff Reifengewebe die flächige Struktur beschreibt, bei der diese Cords in einem Bindemittelgewebe angeordnet sind. In der Praxis werden beide Begriffe jedoch häufig synonym verwendet, da der Cord erst als flächiges Halbzeug weiterverarbeitet wird. Entscheidend ist in beiden Fällen die Ausrichtung der Festigkeitsträger, die die anisotropen Eigenschaften des Reifenaufbaus bestimmt.

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