Textil-Glossar

Polgewebe

Definition

Polgewebe sind Textilien, bei denen zusätzliche Kett- oder Schussfäden (Polfäden) in die Grundkonstruktion eingewoben werden und eine aus der Gewebeoberfläche herausragende Fadenschlaufen- oder Florschicht bilden. Je nach Verarbeitungsweise entstehen entweder geschlossene Schlaufenpole (Frottee) oder aufgeschnittene, aufrecht stehende Fasern (Schnittflor, z. B. Velours, Samt). Die Polhöhe und Poldichte bestimmen maßgeblich die Haptik, den Wärmeschutz und die Strapazierfähigkeit des Gewebes. Polgewebe gehören zu den Doppelgeweben oder Polbindungen und sind von einfachen Flachgeweben konstruktiv klar abzugrenzen.

Verwendung in der Textilindustrie

Polgewebe werden in der Textilindustrie vor allem für Frottierwaren (Handtücher, Bademantelstoffe), Möbel- und Autostoffe (Velours, Cordsamt), Bodenbeläge (Teppichgewebe) sowie Bekleidungsstoffe wie Plüsch eingesetzt. Ihre Polflächenschicht erhöhen die Wärmeisolation, den Feuchtigkeitstransport und den Tragekomfort erheblich. Bei technischen Anwendungen, etwa im Fahrzeuginnenraum, spielen außerdem Schallabsorption und Abriebbeständigkeit eine wesentliche Rolle.

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Häufige Frage

Polgewebe entstehen durch einen Webprozess, bei dem Polfäden in ein gewebtes Grundgestell eingebunden werden, während Wirkware-Pole (z. B. Velours aus Kettenwirkerei) durch Maschentechnik erzeugt werden. Der grundlegende Herstellungsunterschied führt zu abweichenden Eigenschaften hinsichtlich Formstabilität, Dehnbarkeit und Scheuerfestigkeit. Polgewebe sind in der Regel formstabiler und weniger dehnbar als gewirkte Polflächen.

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