Textil-Glossar

Mikrofibrille

Definition

Mikrofibrillen sind fadenförmige, kristalline oder teilkristalline Struktureinheiten, die innerhalb der Zellwand von Pflanzenfasern (wie Baumwolle oder Flachs) sowie im Inneren synthetischer Chemiefasern vorkommen. Sie bestehen aus bündelweise angeordneten Makromolekülen, in der Regel Cellulose, und bilden die nächstgrößere Hierarchieebene oberhalb der Elementarfibrille. Mehrere Mikrofibrillen lagern sich wiederum zu Makrofibrillen zusammen, die schließlich die sichtbare Faser aufbauen. Der Winkel, unter dem Mikrofibrillen zur Faserachse verlaufen (Mikrofibrillenwinkel), beeinflusst maßgeblich mechanische Eigenschaften wie Zugfestigkeit und Dehnbarkeit der Faser.

Verwendung in der Textilindustrie

In der Textilindustrie ist der Mikrofibrillenaufbau besonders bei Naturfasern wie Baumwolle, Flachs und Hanf relevant, da er deren Festigkeit, Färbeverhalten und Verarbeitbarkeit bestimmt. Bei Mikrofaser-Geweben aus synthetischen Polymeren werden gezielt sehr feine Filamente erzeugt, die in ihrem Querschnitt fibrillenähnliche Strukturen aufweisen und dadurch besondere Oberflächeneigenschaften wie hohe Saugfähigkeit oder weichen Griff erzeugen. Darüber hinaus beeinflusst die fibrilläre Struktur die Neigung von Fasern zur Fibrillierung, also zur Bildung von Fusseln an der Oberfläche, was bei der Ausrüstung von Textilien berücksichtigt werden muss.

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Häufige Frage

Eine Mikrofibrille ist eine submikroskopische Struktureinheit innerhalb einer einzelnen Faser und bezeichnet ein Bündel von Makromolekülen auf der Nanometerskala. Eine Mikrofaser hingegen ist eine vollständige textile Faser mit sehr geringem Titer, also einem besonders kleinen Faserquerschnitt, und stellt ein eigenständiges Garn- oder Filamentelement dar, das im textilen Verarbeitungsprozess eingesetzt wird. Beide Begriffe beschreiben somit völlig verschiedene Hierarchieebenen: die Mikrofibrille gehört zur inneren Feinstruktur einer Faser, die Mikrofaser zur makroskopischen Fasergeometrie.

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