Definition
Die Lochkarte ist ein Informationsträger aus Pappe oder steifem Papier, auf dem Daten durch das Vorhandensein oder Fehlen von Löcher an definierten Positionen codiert werden. In der Textilindustrie wurde sie insbesondere durch Joseph-Marie Jacquard geprägt, der um 1804/1805 eine Steuerung für Webmählen entwickelte, bei der gelochte Karten die Hebebewegung einzelner Kettfäden kontrollierten. Dieses Prinzip erlaubte die reproduzierbare Herstellung komplexer Gewebemuster ohne manuelle Eingriffe des Webers während des Webvorgangs. Die Lochkarte gilt als frühes Beispiel einer programmierbaren Maschinensteuerung und beeinflusste später die Entwicklung der mechanischen Datenverarbeitung.
Verwendung in der Textilindustrie
In der Weberei wurden Lochkarten in Jacquardmaschinen eingesetzt, um die Auswahl und Hebebewegung einzelner Kettfäden für jeden Schuss individuell zu steuern, was die Herstellung gemusterter Gewebe wie Damast, Brokat oder Figurengewebe automatisierte. Je nach Musterkomplexität konnten Karten zu endlosen Ketten verbunden werden, wodurch sich Rapporte beliebig wiederholen ließen. Auch in der Strickerei und Stickerei wurden analoge Lochkartensysteme eingesetzt, um Musterprogramme maschinenlesbar zu hinterlegen und reproduzierbar abzurufen.
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