Textil-Glossar

Kreuzspule

Definition

Eine Kreuzspule ist ein zylindrischer oder konischer Garnkörper, bei dem der Faden in einem bestimmten Kreuzungswinkel schraubenförmig und kreuzweise aufgewickelt wird, sodass sich die Fadenlagen gegenseitig stützen und stabilisieren. Diese Wickelgeometrie ergibt sich aus der Kombination einer Dreh- und einer Changier- (Hin-und-her-)Bewegung beim Aufspulen. Kreuzspulen zeichnen sich durch eine gleichmäßige Fadenspannung, eine hohe Packungsdichte und ein gutes Abzugsverhalten aus. Sie gehören zu den wichtigsten Garnträgern in der textilen Weiterverarbeitung.

Verwendung in der Textilindustrie

Kreuzspulen werden in der Weberei, Wirkerei und Strickerei als direkte Vorlagespulen eingesetzt sowie als Lieferspulen in der Färberei, da ihre offene Wickelstruktur einen gleichmäßigen Färbemitteldurchfluss durch den Garnkörper ermöglicht. In der Spinnerei entstehen Kreuzspulen am Ende des Spulprozesses als Endprodukt für den Versand oder die Weiterverarbeitung. Ihr großes Fassungsvermögen gegenüber Ringspulen reduziert die Zahl der Spulenwechsel und erhöht die Maschineneffizienz.

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Häufige Frage

Ringspulen entstehen direkt auf der Ringspinnmaschine und weisen eine parallele oder leicht konische Wicklung mit vergleichsweise geringem Garnvorrat auf. Kreuzspulen hingegen werden durch einen nachgelagerten Spulprozess hergestellt, besitzen eine kreuzweise Wicklung und können ein vielfach größeres Garnvolumen aufnehmen. Für die meisten Weiterverarbeitungsprozesse werden Ringspulen deshalb zunächst auf Kreuzspulen umgespult.

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