Definition
Kardieren bezeichnet einen mechanischen Prozess in der Textilverarbeitung, bei dem lose Fasern mithilfe von mit Nadeln oder Zähnen besetzten Walzen aufgelöst, gereinigt, parallelisiert und zu einem gleichmäßigen Faserflor oder Faserband (Kardenband) geformt werden. Die Maschine, die diesen Vorgang ausführt, wird als Karde bezeichnet. Dabei werden Verunreinigungen, Fasernissen und kurze Fasern abgeschieden, während die verbleibenden Fasern in eine weitgehend parallele Ausrichtung gebracht werden. Kardieren ist ein grundlegender Vorbereitungsschritt für die anschließende Verstreckung und das Spinnen von Garnen.
Verwendung in der Textilindustrie
Kardieren wird sowohl in der Baumwoll- als auch in der Wollverarbeitung eingesetzt und ist ein zentraler Prozessschritt in der Spinnereivorbereitung. Bei der Wollverarbeitung erzeugt das Kardieren ein Vlies mit ungeordneter Faserorientierung, das die Grundlage für Streichgarne bildet, während in der Baumwollspinnerei das Kardenband als Ausgangsmaterial für die Weiterverarbeitung zu Kammgarn oder Baumwollgarn dient. Darüber hinaus wird Kardieren auch zur Herstellung von Vliesstoffen genutzt, bei denen das Kardenflor direkt verfestigt wird.
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