Definition
Ein Handwebstuhl ist eine mechanische Vorrichtung zur Herstellung von Geweben, die ausschließlich durch manuelle Bedienung ohne elektrischen Antrieb betrieben wird. Der Weber erzeugt das Gewebe, indem er durch Treten von Fußtritten das Fach öffnet, den Schussfaden mittels eines Webschiffchens einträgt und diesen mit dem Kamm (Blatt) anschlägt. Handwebstühle gibt es in verschiedenen Bauformen, darunter Rahmenwebstühle, Tischwebstühle und stehende Bandwebstühle, die je nach Größe und Konstruktion unterschiedliche Gewebebreiten und -bindungen ermöglichen. Die Fachbildung erfolgt dabei über Schäfte oder einfache Heddelvorrichtungen, die die Kettfäden selektiv anheben oder absenken.
Verwendung in der Textilindustrie
Handwebstühle werden heute vor allem in der Heimtextilienproduktion, in kunsthandwerklichen Manufakturen sowie in Ausbildungsstätten und Textilschulen eingesetzt. Sie eignen sich besonders für die Herstellung kleiner Stückzahlen, individueller Mustergewebe sowie für traditionelle oder regionale Textilien, bei denen maschinelle Fertigung wirtschaftlich oder gestalterisch nicht sinnvoll ist. In ethnographischen Kontexten und in der Entwicklung von Prototypen oder Mustergeweben für die industrielle Produktion spielen Handwebstühle ebenfalls eine Rolle.
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