Textil-Glossar

Handkulierstuhl

Definition

Im Jahr 1589 erfand der Engländer William Lee den ersten mechanischen und somit maschinellen Maschenbildungsprozess – den Handkulierstuhl. Der erste maschinell hergestellte Strumpf entstand durch die Übertragung des händischen Prozesses zur Maschenbildung auf eine mechanische Maschenbildung. Der Hand­kulierstuhl konnte eine 16-fach höhere Produktionsleistung erzielen als die Handarbeit.

Verwendung in der Textilindustrie

Der Handkulierstuhl wurde historisch vorwiegend zur Herstellung von Strümpfen und engmaschigen Wirkwaren eingesetzt und bildete die technische Grundlage für die spätere industrielle Strickerei. Als handgetriebene Maschine eignete er sich für die gewerbliche Heimarbeit sowie kleine Manufakturbetriebe und ermöglichte eine deutlich gleichmäßigere Maschenstruktur als reine Handarbeit. In der modernen Textilindustrie hat er keine praktische Bedeutung mehr, gilt jedoch als direkter Vorläufer der heutigen Flach- und Rundstrickmaschinen.

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Häufige Frage

Der Handkulierstuhl wird durch manuelle Kraftübertragung – in der Regel durch einen Handkurbel- oder Tretmechanismus – angetrieben und verfügt über eine einfache, feststehende Nadelbettanordnung mit begrenzter Nadelzahl. Moderne Strickmaschinen arbeiten hingegen elektromotorisch, ermöglichen programmgesteuerte Musterbildung und erzielen eine um ein Vielfaches höhere Produktionsgeschwindigkeit bei wesentlich größerer Produktionsbreite. Zudem erlauben zeitgemäße Maschinen den Einsatz einer weitaus größeren Vielfalt an Garnen und Maschenstrukturen.

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