Definition
Eine Flottung (auch: Flottierer oder Flottfaden) ist ein Fadenstück in einem Gewebe oder Gewirke, das auf einer Seite des Grundbindungssystems frei über mehrere Schuss- oder Kettfäden hinwegläuft, ohne dabei eingebunden zu werden. Sie entsteht dadurch, dass ein Faden an bestimmten Kreuzungspunkten nicht mit dem entgegengesetzt laufenden Fadensystem verschränkt wird. Die Länge einer Flottung wird in der Regel durch die Anzahl der übersprungenen Fäden bestimmt und ist ein wesentliches Konstruktionsmerkmal vieler Gewebemuster. Flottungen beeinflussen maßgeblich den Griff, den Glanz und die mechanischen Eigenschaften des fertigen Textils.
Verwendung in der Textilindustrie
Flottungen sind charakteristisch für Atlasbindungen und Satingewebe, bei denen lange Flottungen auf der Oberseite einen glatten, glänzenden Warencharakter erzeugen. In der Jacquard- und Doppelweberei werden Flottungen gezielt eingesetzt, um Mustereffekte zu erzielen oder zusätzliche Fadenlagen einzubinden. Auch in technischen Textilien, etwa bei bestimmten Schutztextilien oder Abstandsgeweben, werden Flottungslängen bewusst gesteuert, um spezifische Oberflächeneigenschaften oder strukturelle Funktionen zu erreichen.
Textilwissen im Zusammenhang lernen
Sie haben gerade einen einzelnen Fachbegriff nachgeschlagen. Im textil trainer lernen Sie, wie textile Materialien, Prozesse und Zusammenhänge miteinander verbunden sind.
Die kostenfreie Lernplattform vermittelt textiles Grundlagenwissen Schritt für Schritt in interaktiven Onlinekursen. Jeder Onlinekurs enthält ein eigenes Glossar mit den wichtigsten Fachbegriffen des jeweiligen Themas. Über alle Kurse hinweg stehen mehr als 600 textile Begriffe mit vertonten Erklärungen zur Verfügung.
Entwickelt wird der textil trainer gemeinsam mit der Professur Textile Technologien der TU Chemnitz, der chemmedia AG sowie Unternehmen und Bildungseinrichtungen aus der Textilbranche.