Definition
Die Fallspindel ist ein Messgerät zur Bestimmung der Viskosität von Flüssigkeiten nach dem Fallkörperprinzip: Eine definierte Spindel (Kugel oder Zylinder) fällt unter Schwerkrafteinwirkung durch die zu prüfende Flüssigkeit, und aus der gemessenen Fallzeit wird die dynamische Viskosität berechnet. Das Verfahren basiert auf dem Stokes'schen Gesetz, das den Zusammenhang zwischen Fallgeschwindigkeit, Körperdimension, Dichte und Flüssigkeitsviskosität beschreibt. Je höher die Viskosität der Flüssigkeit, desto langsamer fällt die Spindel und desto länger ist die gemessene Fallzeit.
Verwendung in der Textilindustrie
In der Textilindustrie wird die Fallspindel eingesetzt, um die Viskosität von Appreturmitteln, Schlichtemassen, Druckpasten und Färbeflüssigkeiten zu prüfen, da diese Flüssigkeiten bestimmte Viskositätsbereiche einhalten müssen, um gleichmäßige Auftragsmengen und reproduzierbare Ergebnisse zu gewährleisten. Auch bei der Qualitätskontrolle von Textilhilfsmitteln und Bindemitteln für Beschichtungen kommt das Verfahren zum Einsatz. Die Methode eignet sich besonders für mittlere bis hochviskose Flüssigkeiten und ist verhältnismäßig einfach in der Handhabung sowie gut für Routinemessungen im Produktionsbetrieb geeignet.
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