Textil-Glossar

Biowerkstoffe

Definition

Biowerkstoffe sind Materialien, die aus nachwachsenden, biologischen Quellen gewonnen werden, wie etwa pflanzlichen Fasern, Proteinen oder Biopolymeren, und die ganz oder teilweise biologisch abbaubar sein können. Sie umfassen sowohl natürliche Rohstoffe (z. B. Cellulose, Stärke, Proteine) als auch biotechnologisch hergestellte Substanzen wie Polymilchsäure (PLA) oder Polyhydroxyalkanoate (PHA). Die Klassifizierung als Biowerkstoff bezieht sich primär auf den biologischen Ursprung des Ausgangsmaterials, nicht zwingend auf seine Abbaubarkeit am Ende des Lebenszyklus.

Verwendung in der Textilindustrie

In der Textilindustrie werden Biowerkstoffe eingesetzt, um synthetische, erdölbasierte Fasern und Hilfsstoffe zu substituieren, beispielsweise durch biobasierte Polyesterfasern aus PLA oder pflanzlich gewonnene Elastane. Typische Anwendungsfelder sind technische Textilien, Vliesstoffe für medizinische oder agrartechnische Zwecke sowie Bekleidungstextilien mit reduziertem CO2-Fußabdruck. Relevante Eigenschaften sind dabei Biokompatibilität, Abbaubarkeit unter definierten Bedingungen sowie veränderte mechanische und thermische Kennwerte im Vergleich zu konventionellen Chemiefasern.

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Häufige Frage

Ein Biowerkstoff ist durch seinen biologischen Ursprung definiert und muss nicht notwendigerweise biologisch abbaubar sein, so ist beispielsweise biobasiertes Polyethylen chemisch identisch mit erdölbasiertem PE und damit persistent. Umgekehrt sind nicht alle biologisch abbaubaren Werkstoffe biobasiert, da bestimmte abbaubare Kunststoffe wie PBAT aus fossilen Rohstoffen hergestellt werden können. Biologische Abbaubarkeit und biogener Ursprung sind also unabhängige Eigenschaften, die sich überschneiden, aber nicht deckungsgleich sind.

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