Textil-Glossar

biegeschlaff

Definition

Biegeschlaffe Materialien sind Werkstoffe, die unter ihrem Eigengewicht oder bei geringer äußerer Krafteinwirkung ihre Form nicht selbstständig beibehalten und sich ohne Widerstand biegen, falten oder drapieren lassen. Im textilen Bereich bezeichnet der Begriff Flächengebilde wie Gewebe, Gewirke, Vliesstoffe oder Folien, die keine Biegesteifigkeit besitzen und sich der Kontur eines darunterliegenden Körpers anpassen. Diese Eigenschaft ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Faserart, Garnstruktur, Bindungsart und Flächengewicht. Biegeschlaffheit ist eine grundlegende mechanische Charakteristik textiler Flächen und grenzt sie von formstabilen oder halbsteifen technischen Materialien ab.

Verwendung in der Textilindustrie

Biegeschlaffe textile Flächengebilde sind die Ausgangsmaterialien für Bekleidung, Heimtextilien und viele technische Anwendungen, bei denen eine flexible Anpassung an dreidimensionale Formen erforderlich ist. In der Konfektion und im Zuschnitt wird die Biegeschlaffheit bei der Verarbeitung auf Schneidanlagen berücksichtigt, da sich Lagen nicht eigenständig positionieren und daher fixiert oder geführt werden müssen. Im Bereich technischer Textilien, etwa bei Geomembranen, Airbags oder Beschichtungsträgern, wird die Biegeschlaffheit gezielt genutzt oder durch Kaschierung, Laminierung und Harztränkung teilweise aufgehoben.

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Häufige Frage

Biegeschlaffe Materialien leisten keinen oder nur vernachlässigbaren Widerstand gegen Biegeverformung und passen sich äußeren Konturen passiv an, während biegesteife Materialien einer Verformung aktiv entgegenwirken und ihre Form zumindest teilweise selbstständig halten. Der Übergang ist fließend und wird durch Parameter wie Flächengewicht, Fasersteifigkeit und etwaige Ausrüstungen beeinflusst. Typische biegesteife textile Halbzeuge entstehen durch Harzinfiltration, Thermofixierung oder die Kombination mit Trägerschichten, wie sie in Faserverbundwerkstoffen eingesetzt werden.

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